bin ich hochsensibel?

Hochsensibilität – was ist das?

Ist dir diese Welt manchmal auch einfach zu laut, zu schnell, zu oberflächlich? Du möchtest manchmal einfach aussteigen? Dann bist du möglicherweise, wie 15 – 20 % aller Menschen, hochsensibel. Dabei ist Hochsensibilität keine Diagnose – sondern eine Chance. Nutze sie!

Ist dir diese Welt manchmal auch einfach zu laut, zu schnell zu oberflächlich? Denkst du, dass du irgendwie nicht hier her passt? Hast du sehr hohe Ansprüche an dich selbst, an dein Leben und an dein Umfeld?

Und hast du das Gefühl, dass diese Ansprüche irgendwie doch nie erfüllt werden können?

Erfüllt es dich mit Wehmut, zu erahnen, dass du vielleicht bis ans Lebensende irgendwie auf der Suche sein wirst? Auf der Suche nach… ja nach was eigentlich?

Denkst du manchmal voller Sehnsucht daran, wie schön es wäre, jetzt sofort auszusteigen? Einfach irgendwohin zu verschwinden, wo es leise ist und wo du keinen sozialen Konventionen ausgeliefert bist, an die du dich zu halten hast?

Aber wenn du da dann wärst, wäre es dir dann nicht doch schnell zu langweilig und du würdest dich nach ein paar Tagen schon nach Gesellschaft und guten Gesprächen sehnen? Denn eigentlich bist du doch gar nicht unsozial. Nein, das bist du gewiss nicht, ganz im Gegenteil.

Wenn du dich mit diesen Zeilen angesprochen fühlst, dann steckst du entweder in einer akuten Krise, die alles von dir abverlangt und deinen Akku leer saugt – oder du bist einer von 15-20%. Möglicherweise bist du hochsensibel.

Hochsensibilität ist ein Begriff aus der Psychologie und wird derzeit von Psychologen und Wissenschaftlern verstärkt erforscht. Bis vor einigen Jahren war das Phänomen noch nicht bekannt. Die Betroffenen wurden von den Normalsensiblen schlicht als launisch und schwierig empfunden. Heute ist bekannt: Jeder 5. – 6. Mensch ist hochsensibel. Hochsensible unterscheiden sich insofern von Normalsensiblen, dass sie alle Reize aufnehmen, auch die, die „eigentlich“ nicht wichtig sind. All das, was „normalerweise“ gefiltert wahrgenommen wird, also laute Geräusche, viele Farben, Menschenmengen usw. geht bei Hochsensiblen direkt und hoch konzentriert ins Gehirn, um dort verarbeitet zu werden. Es ist nachvollziehbar, dass es dabei schnell zu Reizüberflutung, Überstimulation und Ermüdung kommt.

Ich selbst bin hochsensibel und beschäftige mich seit einiger Zeit intensiv mit dem Phänomen. Früher dachte ich, ich sei nicht normal. Alles sei mir zuviel und niemand könne mich leiden. Heute weiß ich: Ich bin normal – aber selten. So viele „negative“ Seiten ein hochsensibler Mensch hat, genauso viel Positives lässt sich davon ableiten. Ich habe gelernt, meine feinen Antennen zu nutzen anstatt sie zu verfluchen. Ich habe gelernt, die Pausen in dieses Leben einzubauen, die ich brauche und ich weiß, was für mich wichtig ist und was ich besser nicht tun sollte.
Es war ein langer Weg, aber es hat sich gelohnt. Heute gehöre ich einer noch selteneren Spezies an: Ich bin hochsensibel. Und entspannt. <3

Bin ich hochsensibel??

Viele, die zum ersten Mal auf den Begriff Hochsensibilität treffen, fragen sich vielleicht, ob sie auch betroffen sind. Der ein oder andere hat sicherlich bereits eine Vermutung, sonst würde er sich die Frage gar nicht erst stellen. Je mehr er sich dann mit dem Thema beschäftigt, desto mehr AHA-Effekte wird er möglicherweise erleben. Aha-Erlebnisse mit dem Gefühl, betrunken zu sein. Betrunken vor Glück. Vor Erkenntnis, nach jahrelanger Suche. ICH BIN NICHT VERRÜCKT!!! Ich bin einfach nur hochsensibel. Welch Erleichterungsstürme da über einen einbrechen. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Es ändert sich das ganze Leben schlagartig. 1000 Fragen sind plötzlich beantwortet.

Ob DU auch hochsensibel bist, kann ich natürlich nicht sagen. Es gibt zahlreiche Tests, die eine Tendenz versprechen. Zum einen ist da der Test „Bin ich hochsensibel?“ von Elaine Aron, der sich auch im Internet finden lässt. Einfach mal googlen bei Interesse. Auf der Internetpräsenz „Zart Besaitet“ lässt sich ebenfalls ein Test finden. Da ich der Meinung bin, dass man keinen Test braucht, um die Schuppen von den Augen zu verlieren, werde ich im Folgenden einfach mal ein paar „typische“ Charakteristika von hochsensiblen Personen aufführen. Wenn ihr Euch da wieder erkennt, werdet ihr ahnen, ob ihr zu den 15 – 20 % gehört. Wenn nicht, werdet ihr sicherlich irgendeine Person in den Sinn bekommen, auf die diese (nicht zwingend alle!) Merkmale zutreffen.

  • Laute Geräusche stressen mich.
  • Gute Musik hingegen ist (auch laut) mein Seelenklempner.
  • Zu viel Nähe (von Fremden) macht mich nervös.
  • Ich nehme schnell wahr, wenn „etwas in der Luft“ liegt. Sei es eine aggressive Stimmung oder Trauer.
  • Ich brauche viele Ruhepausen um Kraft zu schöpfen.
  • Ich hasse Oberflächlichkeit. Ich könnte stundenlang über den Sinn des Lebens philosophieren.
  • Man hält mich für einen guten Zuhörer.
  • Ich habe ein sehr gutes „Bauchgefühl“.
  • Tiere mögen mich meist.
  • Ich habe ein kreatives Innenleben und kann z.B. gut zeichnen oder etwas anderes Künstlerisches.
  • Ich stelle häufig die Frage nach dem Sinn.
  • Ich werde von anderen öfter als still und schüchtern eingestuft.
  • Wenn ich „überreizt“ bin, kann ich schon mal ungehalten und launisch werden.
  • Ich werde unausstehlich, wenn ich großen Hunger habe und nichts zu essen bekomme.
  • Ich reagiere nervös, wenn ich mehrere Dinge gleichzeitig tun muss.
  • Manchmal fühle ich mich schon morgens erschöpft.
  • Der „Weltfrieden“ ist mir wichtig – ich habe einen Hang zum Tierschutz und Menschenrechtsorganisationen.